heiligenschein

18. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

es ergab sich an einem sonntagabend, dass sich einer mitten im satz unterbrochen sah, sich gewahrte, dass niemand ihm mehr zuzuhören bereit war. daraufhin erhob er die stimme. lumpenpack. laien. verständnislose. laffen. liederliches gesocks. warum belästigen sie einen überhaupt mir ihrer existenz. und warum würdigen sie die seine nicht. eitelkeiten. wandelnde eitelkeiten. selbst spiegel würden bei deren anblick laut aufweinen. ihr seid doch alle würmer. gebt mir zwei schnaps. das ward verstanden. und das kostete zweimal 3 sowie 40 sekunden. vielleicht schien ihm die welt danach sogar etwas besser. er ließ es nicht drauf ankommen und verzog sich auf die toilette und erbrach. selbstekel. dünne menschen laufen ihm entgegen und striche, modifizierte punkte, längliche kugelhaft oval getrübt verloren schlierend. ich setze an. rief er. ein runder klumpen schwätzend knotig jovial mit luft zum leben, die ihm ausgeht. und die nächste querstraße. nach links drehen und fliehen. dann wieder auf die hauptstraße sehen, scheuen. dreimal. und ponies auf köpfen, die neueste mode seit langem und schief und krum und gerade und rahmen. er wälzt sich. robert warum rennst du so. wie kann die ästhetik so verkommen. diese bündel elend, bei dem er letzte nacht lagerte. dieses hagere etwas, dieses nichts, dieses jämmerliche allerweltstal. dieser schund. dünnheit. in jeder hinsicht. ich bin fett. schrie er. ich esse. und sie verstand nicht und lief nach und er lief schneller. und ein spiel. aber er ist müde, gibt ihr eine maulschelle und kehrt in das nächste gasthaus ein. singt.

nimmer werd ich schlafen in der nacht,
so wie der kleine säugling ganz sacht,
weil der busen an meinem mund zu hart,
doch zu weit nach haus die lange fahrt.

johlen. ein schnaps für den herren mit der goldenen zunge. ein könner. wahrlich das richtige für diese schenke. was darf es sein. zwei kurze und eine trachtprügel für diesen grausigen haufen hier. der herr hütet besser seine zunge. nein das tut er nicht. er schimpft und er übertreibt nicht und die wahrheit ist für diese gesellen ein grund und das spital wird heute sein blut auffangen. und das ist ein kurzer weg. und er wird gut dabei aussehen. die fäuste fliegen und mit mord wird gedroht, soviel ist einigen die falschheit wert und er landet in der gosse. nasstriefend das blut rinnt aus der nase und der platzwunde am kopf und einige rippen haben nachgegeben unter den energischen tritten. die lidern sinken und das pflaster ist heute nacht von weicher seliger habtik. schlaf. schalkvoll. und blut schmeckt süß. und blut schmeckt nach herbst, nach alina. und alina liegt heute bei einem anderen. bitter. dunst. jetzt wird kein singsang angestimmt. ein tropfen und auch ein zweiter. morgens ist er nackt. eine neue geburt. ein alter fetter körper trampelt zur goldenen stunde über die promenade und singt.

wie wohl mir der schlaf in dieser nacht,
so wie ein kleiner säugling ganz sacht,
und weil es tritte und schläge gab,
steig ich erholt aus dem nassen grab.

jahreszeiten

22. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

zwischenbericht

22. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

manifestation des entsinnlichten.
freudenschein im mondlicht.
zungeschnalzen am mittagstisch.
staksen auf teppichuntergrund.
das vergessen des attributs.
spülung im kirchturm.
eins und eins – vier/fünftel.

overview

19. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

mobil

19. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

und du schreibst.
und du schreist.
und du sagst.
und du sprichst.
und du redest.

du teilst dich mit.
ausheit. teilheit.
beugehaft.

seliges sabbern.
stille und der funk
ist weg – kein empfang.

perle

19. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

rasch, rasch!
bald sind die regale leer.
und hurtig!
es ist doch nie genug da!

eile! eile!
verweile doch nicht.
nein!
was soll das?

es ist schon wieder zu spät.
neuer tag, neues glück.
und dann ersäuft er sich am zapfhahn.

und einer geht noch.
und einer ist zuviel.
vielleicht doch lieber zwei.

3 mal fünf

11. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ach, was an kraft fehlt,
liegt an möglichkeit auf dem boden.
kleine bauklötzer und dreieckige
passen nicht in runde.
so sprechen sie.

aber hört hört! lange beine passen immer.
und labsal und schlafstatt buhlen um sonne.
drängen ineinander und grunzen schwarz.
eins hopp, zwei hopp, drei hopp:
BÄM. liederliches treiben vor heiligem weiß.

aber seht nur, da kommt der erleuchtete,
wilde dinge trieb er nie, und sein haupt glänzt
ohne spülung. welchen coiffeur er doch habe?
ich denke wir sollten kaufen und dann abwarten!
die zeit wird es schon zeigen: das ist richtig.

fallobst

11. Oktober 2010 § Ein Kommentar

was soll ich dir von der liebe erzählen?
drei tomaten:
die eine faul,
die andere grün.
und die letzte:
liegt zertreten an der supermarktkasse.

was soll ich dir erzählen?
hirnschalen kann ich erwähnen.
die sind hohl.
und drinne ist eis.
schoko und vanille.
löffel gibt es nicht.

aber was soll ich dir berichten.
der kreis ist längst ein peripherer parasit
und die platte hat einen sprung,
genau wie das fenster,
durch das ich sehe,
was ich dir berichte.

aber verzagen wir nicht.
bald haben sommer wieder märchen
und winter ebenso.
bärte wachsen schief und rot,
grimassen lachen und der himmel
wird sich schöngesoffen. welch gerede.

zwiebeln

11. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

brauner morast, wilder dunst,
schlingern und ein felsvorsprung.
helden fallen und nationen jubeln,
brechreiz und vaterland.

der mutter sprache siechtum,
lautes gedröne und in der hand
eine käsestange. wie schön das
doch ist. wie schön ohnehin das wetter.

ja das wetter hat sich ganz gut gehalten.
und die marlies ist wieder krank: krepps.
was soll das noch werden und die jugend.

das schlimmste ist immer noch, dass wir
hier sind. im süden sind die vögel und das meer.
aber was soll‘s, da steckt man nicht drinne.

25.november

11. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

kalter novembermorgen. regen. 5 grad celcius. die stadt schnauft und dampft. atem pulsiert aus den geschöpfen, wilder heißer gieriger atem. morsche gestalten passieren seinen weg und der kaffee in seiner hand brennt heiß, brennt in seiner kehle, brennt in seinem magen – das koffein wirkt auch schlechter als sonst. scheiß tag. hässlicher tag. 25 stockwerke absolviert er in erstaunlich langer zeit. warum nicht der fahrstuhl? sollte dieser akt belebend wirken? seltsam unentschlossen war diese tat. nun schnappt er nach luft. schritte. ewig schwere schritte. in seinem büro liegt ein stapel briefe. er nimmt ihn in die rechte hand, stellt den kaffee beiseite, der mantel immer noch übergezogen und schaut die post durch, öffnet das fenster und springt. ab mittag verläuft der tag wieder in gewohnten bahnen.